Technische Ausgestaltung einer Berufsunfähigkeitsversicherung 2017-03-29T23:35:40+00:00

Technische Ausgestaltung einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird meist mit 3 oder 4 Jahrzehnten Laufzeit abgeschlossen. Entsprechend sollte der Vertrag nicht nur heute, sondern auch noch zukünftig bedarfsgerecht sein.

Nachdem wir die Aufbereitung der Gesundheisthistorie abgeschlossen sowie Funktionsweise und Auswahlkriterien einer Berufsunfähigkeitsversicherung ausführlich besprochen haben, ist die technische Ausgestaltung der letzte und abschließende Themenkomplex in meinem Beratungsablauf.

Und ganz ehrlich: Diesen Abschnitt liebe ich am meisten an meiner Arbeit. Man biegt auf die Zielgerade ein und es gibt doch nichts Schöneres, als eine individuelle und bedarfsgerechte Lösung zu erarbeiten. Ungleich wirkungsvoller als Lösungen von der Stange, die den ersten Windstoß in der Lebensentwicklung nicht überstehen.

Wichtigste Punkte in der technischen Ausgestaltung einer BU

Im Laufe eines Lebens können sich viele Dinge ändern. Insbesondere die zukünftige Einkommensentwicklung zukünftiger Absicherungsbedarf (bspw. Familiengründung oder Hausbau) sind dabei praktische Probleme in der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Zwar kennt nahezu jeder Tarif grundsätzliche Anpassungsoptionen / Nachversicherungsoptionen, in den Details gibt es jedoch extreme Unterschiede.

Die Probleme beginnen beispielsweise damit, ob eine Nachversicherung nur ohne erneute Gesundheitsprüfung, oder generell ohne Risikoprüfung möglich ist. Während es im letzteren Falle keine Rolle spielt, ob zum Nachversicherungszeitpunkt ein anderer Beruf oder ein gefährliches Hobby ausgeübt wird, hat sich bei nur „ohne erneute Gesundheitsprüfung“ die Nachversicherung dann ganz schnell erledigt.

Anders als Nachversicherungsoptionen dienen Beitragsdynamik und Leistungsdynamik moderaten, kontinuierlichen Anpassungen. Beitragsdynamiken beziehen sich dabei auf Anpassungen der Absicherungshöhe vor Eintritt des Versicherungsfalls, Leistungsdynamiken auf Erhöhungen der BU-Rente ab Eintritt des Leistungsfalls.

Klingt selbstverständlich, ist in der Praxis aber durchaus tricky, der Teufel liegt auch hier im Detail. Blöd, wenn beispielsweise Beitragsdynamiken gem. AVB nur bis zum 45. Lebensjahr möglich sind, aber gerade dann Erhöhungen benötigt würden.

Die Problematik, welches Endalter benötigt wird, gehört zu den häufigsten Fragen meiner Kunden. Dabei lassen sich die meisten Fragen und Verständnisprobleme diesbezüglich mit einfachen Denkansätzen aus der Welt räumen. Gleichwohl, es ist in der Regel vor allem eine Preisfrage für den Kunden.

Im Zuge versierter technischer Ausgestaltung einer Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es aber auch bei diesem Thema zum Teil professionelle Gestaltungsmöglichkeiten. Ein verständliches Beispiel aus der Vergangenheit war die BUZ der Alte Leipziger. Diese war bei sinnvoller Umsetzung quasi eine Absicherung bis 67, wobei aber nur die rund 15 % günstigeren Beiträge bis Endalter 65 tatsächlich gezahlt werden mussten.

Zudem befindet sich der Markt bezüglich der Thematik Endalter gerade am Anfang eines Wandels. Bereits vor über 10 Jahren gab es Policen, die bei Eintritt bedingungsgemäßer Voraussetzungen lebenslange BU Rentenleistungen gezahlt haben.

Diese lebenslange Leistungsdauer bei Berufsunfähigkeit gibt es heute am Markt bereits wieder bei zwei Anbietern. Ungleich mehr werden es, zählt man noch jene Anbieter dazu, die diese lebenslangen Leistungen an den Eintritt einer bedingungsgemäßen Pflegebedürftigkeit koppeln.

Die Frage, ob selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung oder Berufsunfähigkeitszusatzversicherung sinnvoller ist, produziert sehr viele unterschiedliche Meinungen. Insbesondere Verbraucherschützer positionieren sich hier vehement. Allerdings mit einem Marktstand von vor 20 Jahren und unter permanenter Verwechslung kapitalbildender Versicherungen und Risikolebensversicherungen.

Der springende Punkt ist aber gar nicht diese Frage nach der Sinnhaftigkeit selbst, sondern die Notwendigkeit aus der sich diese Fragestellung überhaupt ergibt.

Und das ist leicht erklärt: Im Falle einer Berufsunfähigkeit wird möglicherweise über sehr, sehr lange Zeit gar kein Beruf mehr ausgeübt.

Spätestens dann wird irgendwann auffallen, dass im bisher ausgeübten Beruf des Arbeitnehmers 18,7 % des Bruttos in die gesetzliche Rentenversicherung flossen. Die Hälfte davon zahlte der Arbeitgeber. Nun zahlt aber niemand mehr auch nur einen Cent in die GRV ein. Entsprechend werden auch keine Rentenansprüche mehr erworben.

Selbst bei angemessener BU-Rentenhöhe ist schon systemisch ausgeschlossen, dass von dieser BU-Rente noch Sparanstrengungen zum Ausgleich dieser Problematik zusätzlich geleistet werden können. Die Realität sieht eher so aus, dass die meisten Berufsunfähigkeitsversicherung viel zu knapp bemessen sind und bei Eintritt einer BU alle Sparanstrengungen eingestellt, evtl. Verträge beitragsfrei gestellt werden.

Heißt im Klartext: Ich verschiebe die Armut worst case nur bis zum Rentenalter, respektive auf den Zeitpunkt, an welchem die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsrente enden.

Dieser Umstand ist den meisten Verbrauchern völlig unbekannt. Das ist nicht verwunderlich, geht den Verbraucherschützern ja auch so. Ich bin allerdings der Meinung, dass man – so man ein Risiko versichern will – über dieses Risiko wenigstens auch vollumfänglich informiert sein sollte. Welche Konsequenzen man daraus zieht und wie man handelt, jedem selbst überlassen.

Lösungsansätze gibt es genug, gern mehr dazu in meiner Beratung.

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Aufbereitung der Gesundheitshistorie

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