Aufbereitung der Gesundheitshistorie vor Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Die sorgfältige Aufbereitung der Gesundheitshistorie ist das Alpha und das Omega, wenn man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte. Genau darum fangen wir im Ersttermin genau damit an. 

Wahrheitsgemäße und vollständige Angaben im späteren Antrag sind maßgeblicher Bestandteil der Leistungswahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung in den ersten 10 Jahren der Vertragslaufzeit. Falsche, unvollständige oder fehlerhafte Angaben können abhängig vom Verschuldungsgrad dazu führen, dass der Versicherer binnen der ersten 5-10 Jahre der Vertragslaufzeit eine Leistung verweigern kann.

Daher widmen wir uns dem Thema Aufbereitung der Gesundheitshistorie bereits im ersten Beratungstermin ausführlich. Dafür benötige ich stets meinen Fragebogen zum Gesundheitszustand – ausgefüllt und unterschrieben – bereits vor dem ersten Beratungstermin.

Fragebogen zum Gesundheitszustand, Ausfüllhilfe und Vorbereitung auf den Ersttermin

Der Eingangsfragebogen zum Gesundheitszustand ist die Ausgangsbasis für eine genaue Betrachtung Ihrer individuellen Situation, welche im Ersttermin erfolgt. Im Termin besprechen wir Ihre Angaben ausführlich und klären, ob weitere Unterlagen benötigt werden und ob später eine Risikovoranfrage gestellt werden muss.

Den Fragebogen finden Sie hier:

Gesundheitsfragen.pdfwird immer benötigt, Unterschrift erforderlich

Mein Gesundheitsfragebogen zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist zunächst nur eine Gesprächsbasis. Die Angaben verwerte nur ich selbst für den Ersttermin, ein Versicherer bekommt diesen Fragebogen nicht zu Gesicht.

Es ist natürlich sehr hilfreich, wenn die Angaben im Gesundheitsfragebogen möglichst genau sind. Damit lässt sich dann selbstverständlich besser arbeiten. Wenn das ein oder andere Detail später nachgeholt werden muss, ist aber auch das kein Weltuntergang.

Wer Schwierigkeiten beim Ausfüllen meines Gesundheitsfragebogens hat, kann auf die auch im Fragebogen verlinkte Ausfüllhilfe zum Gesundheitsfragebogen zurückgreifen.

Im Einzelfall (!) kann es erforderlich sein, weitere Auskünfte von Krankenkasse, kassenärztlicher Vereinigung oder Ärzten einzuholen. Insbesondere in Hinsicht auf die Ärzte ist es mir lieber, wenn das erst gezielt nach dem Ersttermin erfolgt.

Ihre Ärzte sind Ihre mächtigsten Verbündeten für eine medizinisch saubere und zeitgleich rechtssichere Annahme in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Die sollten Sie nicht unnötig mehrfach nerven. Erfahrungsgemäß sind proaktiv ohne vorhergehende Beratung eingeholte Arztberichte regelmäßig für die Tonne.

Die Einholung von Auskünften über Krankenkasse und kassenärztliche Vereinigung ist diesbezüglich unbedenklich. Kann aber zur Nervenprobe werden. Daher – insbesondere wenn ich Sie im Ersttermin dazu aufgefordert habe – bitte die nachfolgende Vorlage zur Auskunftsanforderung verwenden.

Auskunft gesetzliche Krankenkasse und kassenärztliche Vereinigung

Lediglich der Fragebogen zum Gesundheitszustand wird immer benötigt, wenn Sie sich für eine Beratung durch mich entscheiden. Auskünfte von Krankenkasse und kassenärztlicher Vereinigung können eingeholt werden, sind aber nicht zwangsläufig immer erforderlich.

Die Details besprechen wir dann lieber im Ersttermin.

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Beratungsinhalte Aufbereitung der Gesundheitshistorie und Ersttermin

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht wiederkehrender Beratungsinhalte und Problemstellungen rund um das Thema Aufbereitung der Gesundheitshistorie.

Eine Risikovoranfrage ist eine unverbindliche Abfrage der Versicherbarkeit. Risikovoranfragen sind kein Antrag.

In einer Risikovoranfrage gemachte Angaben werden in der Regel nur 14-30 Tage beim Versicherer gespeichert. Ein Eintrag in die Risikowagnisdatei (HIS) erfolgt generell nicht.

Eine Risikovoranfrage stellen wir immer dann, wenn im Zuge Aufbereitung Ihrer Gesundheitshistorie unklar ist, ob oder zu welchen Konditionen bei welcher Versicherungsgesellschaft Versicherungsschutz möglich ist. So klären wir im Idealfall die Spielregeln für einen späteren Antrag bereits vorab sauber und ohne potentielle Konsequenzen.

Details und die Erläuterung, warum anonyme Risikovoranfragen ein Mythos sind, finden Sie im Artikel Risikovoranfrage für eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Dem Arztbericht kommt ein besonderer Stellenwert bei der Aufbereitung der Gesundheitshistorie, anschließender Erstellung der Risikovoranfrage und in Folge im Zuge eines rechtssicheren Antrags auf Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu.

Daher ist dem Thema Arztbericht in der Berufsunfähigkeitsversicherung ein eigener Artikel gewidmet.

Rechtliche Grundlagen vorvertraglicher Anzeigepflichten

Bezüglich der  Gesundheitsfragen im Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung werde ich häufig gefragt: „Was ist eigentlich angabepflichtig und was nicht?“

Obwohl diese Frage eigentlich im §19 Abs. 1 Versicherungsvertragsgesetz abschließend beantwortet wird, dürfte der Laie beim Lesen der Norm wohl kaum eine befriedigende Antwort finden:

Der Versicherungsnehmer hat bis zur Abgabe seiner Vertragserklärung die ihm bekannten Gefahrumstände, die für den Entschluss des Versicherers, den Vertrag mit dem vereinbarten Inhalt zu schließen, erheblich sind und nach denen der Versicherer in Textform gefragt hatdem Versicherer anzuzeigen.

§19 Abs. 1 VVG

Unsere Eingangsfrage – „Was ist eigentlich angabepflichtig und was nicht?“ – lässt sich immer nur im konkreten Einzelfall, jedoch nicht pauschal beantworten. Fakt ist, eine Abwägung ala “das wird schon nicht wichtig sein” steht dem Versicherungsnehmer rechtlich nicht zu.

Mehr über die Rechtlichen Grundlagen vorvertraglicher Anzeigepflichtverletzung gibt es im entsprechenden Artikel zu lesen.

Die Probleme bei der Erfüllung der vorvertraglichen Anzeigepflicht beginnen schon damit zu erkennen, wonach der Versicherer eigentlich ganz genau gefragt hat. Antragsfragen sind in zwei wesentliche Varianten zu unterscheiden. Einerseits gibt es „bestehen oder bestanden“-Fragen, andererseits auch geschlossene „untersucht, behandelt oder beraten“-Fragen.

Diesem Grundproblem ist mit Gesundheitsfragen lesen und verstehen ein eigener Beitrag gewidmet.

Herausforderung Erfüllung vorvertraglicher Anzeigepflichten

Die Aufbereitung des Gesundheitshistorie kann durchaus zu Herausforderung werden. In seltenen Fällen verweigern beispielsweise die ehemals behandelnden Ärzte die Kooperation oder praktizieren gar nicht mehr. Manchmal ist auch die Fülle der Behandler so groß, dass eine Aufbereitung erheblich erschwert wird.

Meiner persönlichen Meinung nach lässt sich fast alles aufbereiten, wenn sich die Interessenten an meine Vorgaben halten. Der Erfolg hängt aber klar von der Ernsthaftigkeit und dem Bemühen des Interessenten ab.

Hin und wieder ist eine ausführliche Aufbereitung nicht zielführend (oder nicht wirtschaftlich), beispielsweise weil die Gesundheit in der regulären Risikoprüfung vorhersehbar keine Versicherbarkeit ohne Einschränkungen hergibt. In solchen Fällen können Aktionsanträge mit vereinfachten Gesundheitsfragen helfen, die ich beispielsweise für Medizinstudenten oder Wirtschaftsingenieure anbieten kann.

Nachfolgend drei Beispiele für spezielle Herausforderungen und der alternative Lösungsansatz über BU-Aktionen:

Bereits bei einem Absicherungsziel von mehr als 2.500 € mtl. BU-Rente gibt es in der Praxis einige Fallstricke. Sichere ich höhere BU-Renten bei einem Anbieter ab, sind zusätzliche ärztliche Untersuchungen erforderlich, Antragsfragen können auf unbegrenzte Abfragezeiträume erweitert werden, die wirtschaftliche Angemessenheit ist anspruchsvoller zu berechnen und ggf. redet plötzlich auch noch der Rückversicherer ein Wörtchen mit.

Daher sollte man höhere Berufsunfähigkeitsrenten sinnvoll absichern und den diversen Fallstricken aus dem Weg zu gehen.

Gefährliche Hobbys, Sportarten und Freizeitaktivitäten können zu Risikozuschlägen und im Extremfall zu Ablehnungen eines Antrags führen. Daher sollte man dieses Thema nicht unterschätzen, häufig gibt es saubere Lösungsmöglichkeiten.

In komplexen Fällen, sprich wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung am regulären Markt gar nicht oder nur mit erheblichen Einschränkungen möglich wäre, können Sonderaktionen der Versicherer eine prüfenswerte und attraktive Alternative sein.

Diese BU-Aktionen ermöglichen einen Antrag mit teils sehr stark vereinfachten Gesundheitsfragen. So können häufig auch jene eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, die sonst aus gesundheitlichen Gründen oder wegen der Ausübung risikoreicher Hobbies erhebliche Risikozuschläge zahlen oder Leistungsausschlüsse in Kauf nehmen müssten.

Allerdings sind diese BU-Aktionen hinsichtlich Absicherungshöhen und weitere technischer Ausgestaltung meist stark eingeschränkt. Eine Alternative für “Faule” sind BU-Aktionen nicht. Wenn eine berechtigte Chance besteht durch sorgfältige Aufbereitung eine bedarfsgerechte Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen, dann ist es diese Mühen definitiv wert.

Fallstrick Aktenlage der Krankenversicherung versus eigene Erinnerung

Nicht immer stimmen tatsächlich erfolgte Behandlungen oder tatsächlich gegebene Erkrankungen mit dem überein, was in den Akten von gesetzlicher Krankenversicherung und kassenärztlicher Vereinigung zu finden ist.

Mehr dazu im Artikel Falsche Abrechnungsdiagnosen.

Das ist ein systemisches Problem. Zur Abrechnung einer Behandlung in der GKV muss eine Diagnose gestellt werden. Eine durchaus fehleranfällige Story. Im Beratungsgespräch lässt sich im Falle eines Falles erfahrungsgemäß auch dafür eine Lösung finden.

Beratungsinhalte Aufbereitung der Gesundheitshistorie

Risikovoranfrage Berunfsunfähigkeitsversicherung

Arztbericht Rückenbeschwerden

Arztbericht Berufsunfähigkeitsversicherung

Vorvertragliche Anzeipflicht und Rechtsfolgen

Rechtliche Grundlagen VVA

Gesundheitsfragen lesen und verstehen

Falsche Abrechnungsdiagnosen

höhere BU-Renten absichern