Aufbereitung der Gesundheitshistorie 2017-04-29T02:10:15+00:00

Aufbereitung der Gesundheitshistorie

Wahrheitsgemäße und vollständige Angaben im späteren Antrag sind maßgeblicher Bestandteil der Leistungswahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung in den ersten 10 Jahren der Vertragslaufzeit.

Gemeint sind die Gesundheitsfragen und Risikofragen bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Falsche, unvollständige oder fehlerhafte Angaben können abhängig vom Verschuldungsgrad dazu führen, dass der Versicherer binnen der ersten 5-10 Jahre der Vertragslaufzeit eine Leistung verweigern kann.

Daher widmen wir uns dem Thema Aufbereitung der Gesundheitshistorie bereits im ersten Beratungstermin ausführlich. Deshalb benötige ich stets meinen Fragebogen zum Gesundheitszustand – ausgefüllt und unterschrieben – bereits vor dem ersten Beratungstermin.

Der Fragebogen ist die Ausgangsbasis für eine genaue Betrachtung Ihrer individuellen Situation, welche im Ersttermin erfolgt. Im Termin besprechen wir Ihre Angaben ausführlich und klären, ob weitere Unterlagen benötigt werden und ob eine Risikovoranfrage gestellt werden muss.

Wissenwertes zum Thema Aufbereitung der Gesundheitshistorie

In komplexen Fällen, sprich wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung am regulären Markt gar nicht oder nur mit erheblichen Einschränkungen möglich wäre, können Sonderaktionen der Versicherer eine prüfenswerte und attraktive Alternative sein.

Diese BU-Aktionen ermöglichen einen Antrag mit teils sehr stark vereinfachten Gesundheitsfragen. So können häufig auch jene eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, die sonst aus gesundheitlichen Gründen oder wegen der Ausübung risikoreicher Hobbies erhebliche Risikozuschläge zahlen oder Leistungsausschlüsse in Kauf nehmen müssten.

Allerdings sind diese BU-Aktionen hinsichtlich Absicherungshöhen und weitere technischer Ausgestaltung meist stark eingeschränkt. Eine Alternative für „Faule“ sind BU-Aktionen nicht. Wenn eine berechtigte Chance besteht durch sorgfältige Aufbereitung eine bedarfsgerechte Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen, dann ist es diese Mühen definitiv wert.

Die folgenden Formulare werden im Zuge Aufbereitung der Gesundheitshistorie regelmäßig benötigt.

Gesundheitsfragen.pdfwird immer benötigt, Unterschrift erforderlich

Leitfaden zum Beratungsablauf Berufsunfähigkeitsversicherung

Auskunft kassenärztliche Vereinigung

Antrag auf Einsicht in die Patienakte beim Arzt

Lediglich der Fragebogen zum Gesundheitszustand wird immer benötigt, wenn Sie sich für eine Beratung durch mich entscheiden. Alles Weitere besprechen wir dann im Ersttermin.

Eine Risikovoranfrage ist eine unverbindliche Abfrage der Versicherbarkeit. Risikovoranfragen sind kein Antrag.

In einer Risikovoranfrage gemachte Angaben werden in der Regel nur 14-30 Tage beim Versicherer gespeichert. Ein Eintrag in die Risikowagnisdatei (HIS) erfolgt generell nicht.

Eine Risikovoranfrage stellen wir immer dann, wenn im Zuge Aufbereitung Ihrer Gesundheitshistorie unklar ist, ob oder zu welchen Konditionen bei welcher Versicherungsgesellschaft Versicherungsschutz möglich ist. So klären wir im Idealfall die Spielregeln für einen späteren Antrag bereits vorab sauber und ohne potentielle Konsequenzen.

Details und die Erläuterung, warum anonyme Risikovoranfragen ein Mythos sind, finden Sie im Artikel Risikovoranfrage für eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

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Rechtliche Grundlage vorvertraglicher Anzeigepflichten

Bezüglich der  Gesundheitsfragen im Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung werde ich häufig gefragt: „Was ist eigentlich angabepflichtig und was nicht?“

Obwohl diese Frage eigentlich im §19 Abs. 1 Versicherungsvertragsgesetz abschließend beantwortet wird, dürfte der Laie beim Lesen der Norm wohl kaum eine befriedigende Antwort finden:

Der Versicherungsnehmer hat bis zur Abgabe seiner Vertragserklärung die ihm bekannten Gefahrumstände, die für den Entschluss des Versicherers, den Vertrag mit dem vereinbarten Inhalt zu schließen, erheblich sind und nach denen der Versicherer in Textform gefragt hat, dem Versicherer anzuzeigen.

§19 Abs. 1 VVG

Unsere Eingangsfrage – „Was ist eigentlich angabepflichtig und was nicht?“ – lässt sich immer nur im konkreten Einzelfall, jedoch nicht pauschal beantworten. Fakt ist, eine Abwägung ala „das wird schon nicht wichtig sein“ steht dem Versicherungsnehmer rechtlich nicht zu.

Herausforderung Erfüllung vorvertraglicher Anzeigepflichten

Die Probleme beginnen schon damit zu erkennen, wonach der Versicherer eigentlich ganz genau gefragt hat. Antragsfragen sind in zwei wesentliche Varianten zu unterscheiden. Einerseits gibt es „bestehen oder bestanden“-Fragen, andererseits auch geschlossene „untersucht, behandelt oder beraten“-Fragen.

Diesem Grundproblem ist mit Gesundheitsfragen richtig lesen und verstehen ein eigener Beitrag gewidmet.

Weiterhin ist es alles andere als eindeutig, welche Kenntnisse sich der durchschnittlich verständige Versicherungsnehmer zurechnen lassen muss („… das hätten Sie wissen müssen …“). Selbst in der Rechtssprechung wird das nur anhand von insbesondere zwei Indizien beurteilt / bewertet.

Als da wären „in welchem Maße war der Versicherungsnehmer durch den Umstand im Alltag eingeschränkt“ und „wie zeitlich nah zum Antrag war der Umstand“ …

Darüber hinaus stellt sich die Frage, welche Umstände denn nun genau für den Entschluss des Versicherers (siehe §19 VVG) erheblich sind. Auch diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, die Annahmerichtlinien der Versicherer weisen durchaus Unterschiede auf.

Die unverbindliche Abfrage der Versicherbarkeit via Risikovoranfrage ist hier das mächtigste Instrument für Sie als Interessenten, um die Spielregeln vorab klar zu stellen.

Fallstrick Aktenlage versus eigene Erinnerung

Die Abfragezeiträume beim Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung umfassen regelmäßig 5 bis 10 Jahre. Abhängig von der Fragestellung und spätestens bei überschreiten von 2.500 Euro beantragter BU-Rente gibt es am Markt auch immer wieder praktisch unbefristete Gesundheitsfragen.

Das Fehlerpotential hinsichtlich lückenhafter Erinnerungen ist also vergleichsweise hoch.

Erschwert wird die Thematik zusätzlich dadurch, dass gerade bei gesetzlich Krankenversicherten längst nicht immer lediglich das abgerechnet wurde, was man meint tatsächlich gehabt zu haben. (Stichwort falsche Abrechnungsdiagnosen)

Wenn Sie nun im 9. Jahr der Vertragslaufzeit einen BU-Leistungsantrag stellen und dem Versicherer dann beweisen müssen, dass Sie die Anzeigepflichten bezüglich eines Umstands 6 Jahre vor Antragsstellung nicht schuldhaft verletzt haben …

Viel Erfolg, dürfte 15 Jahre nach den Ereignissen schwierig werden, wenn bei Antragsstellung hinsichtlich der Aufbereitung der Gesundheitshistorie geschlampt wurde.

Dem Thema Wie Abrechnungsdiagnosen Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung gefährden und den Folgen einer vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung sind jeweils eigene Artikel gewidmet.

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